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Warum der Zivildienst ein strukturelles Problem ist
Der Zivildienst wird in Österreich häufig als soziale Errungenschaft dargestellt. Bei genauer Betrachtung zeigt sich jedoch ein System, das mehrere strukturelle Probleme nicht nur in Kauf nimmt, sondern rechtlich absichert. Daher ist der Zivildienst kein Ausdruck von Solidarität, sondern ein Instrument, das Zwang, Lohndumping und schlechte Arbeitsbedingungen institutionalisiert. 1. Legitimierung der Wehrpflicht Der Zivildienst ist untrennbar mit der allgemeinen Wehrpflicht verbunden. Spätestens seit der Volksbefragung 2013 wurde er zum zentralen Argument für deren Beibehaltung. Ohne den Zivildienst hätte es kaum eine gesellschaftliche Mehrheit für die Wehrpflicht gegeben. Damit dient der Zivildienst faktisch als politisches Feigenblatt: Er macht ein Zwangssystem akzeptabler, ohne dessen Grundproblem zu lösen. Wer den Zivildienst verteidigt, stabilisiert damit automatisch auch die Wehrpflicht. ...